Anti-Aging Pigmentflecken Akne / Unreinheiten Barriere Hydration Beruhigung Peeling
Sonnenschutz ●●●●● ●●●●●
Retinoide
(Retinol / Retinal)
●●●●● ●●●●○ ●●●●●
Vitamin C
(Ascorbinsäure)
●●●●○ ●●●●○
Azelainsäure ●●●●○ ●●●●○ ●●●●●
Niacinamid ●●●○○ ●●●●○ ●●●●○ ●●●●○ ●●●○○ ●●●○○
BHA (Salicylsäure) ●●●●● ●●●●●
AHAs ●●●○○ ●●●○○ ●●●●●
Ceramide ●●●●● ●●●●○ ●●●○○
Panthenol ●●●●○ ●●●●○ ●●●●●
Hyaluronsäure ●●●○○ ●●●●●
Peptide ●●●○○
PHA ●●●○○ ●●●○○ ●●●●○ ●●●○○ ●●●●○
Glycerin ●●●●○ ●●●●●
Legende: ●●●●● = Exzellente Evidenz · ●●●●○ = Gute Evidenz · ●●●○○ = Moderate Evidenz

AHAs (Alpha-Hydroxysäuren)

Peeling Hauttextur Pigmentflecken Anti-Aging PM

Alpha-Hydroxysäuren (AHAs) sind wasserlösliche organische Säuren wie Glykolsäure und Milchsäure, die in der Hautpflege als chemische Peelings eingesetzt werden. Sie reduzieren die Kohäsion zwischen abgestorbenen Hornzellen und fördern dadurch deren Abschilferung¹.

  • Hauttextur ●●●●○ AHAs können die Haut glatter und ebenmäßiger erscheinen lassen, indem sie die oberste Hautschicht exfolieren².
  • Pigmentflecken ●●●○○ AHAs können sichtbare Verfärbungen und einen ungleichmäßigen Hautton verbessern. Der Effekt beruht auf beschleunigter Erneuerung der oberen Hautschichten².
  • Anti-Aging ●●●○○ AHAs können Zeichen lichtbedingter Hautalterung wie Rauigkeit und feine Linien moderat verbessern³. Bei höher konzentrierten Anwendungen wurden zusätzlich strukturelle Veränderungen der Haut beschrieben, darunter eine Zunahme der Hautdicke und Veränderungen dermaler Marker des Photoagings⁴.

5–10% bei einem pH-Wert < 4.

⚠ AHAs können die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen. Während der Anwendung wird täglicher Breitband-Sonnenschutz (SPF 50+) empfohlen¹. Nicht in derselben Routine wie Retinoide oder Vitamin C verwenden – erhöhtes Reizpotenzial möglich.

Quellenangaben
  1. Moghimipour E. Hydroxy acids, the most widely used anti-aging agents. Jundishapur Journal of Natural Pharmaceutical Products. 2012;7(1):9–10.
  2. Thibault PK, Wlodarczyk J, Wenck H, et al. A double-blind, randomized clinical trial on the effect of a 5% glycolic acid lotion on photoaged skin. Dermatologic Surgery. 1998;24(5):573–577. PMID: 9598014
  3. Stiller MJ, Bartolone J, Stern R, et al. Topical 8% glycolic acid and 8% L-lactic acid creams for the treatment of photodamaged skin. Archives of Dermatology. 1996;132(6):631–636. PMID: 8651713
  4. Ditre CM, Griffin TD, Murphy GF, et al. Effects of alpha hydroxy acids on photoaged skin: a pilot clinical, histologic, and ultrastructural study. Journal of the American Academy of Dermatology. 1996;34(2 Pt 1):187–195. PMID: 8642081

Azelainsäure (Azelaic Acid)

Rötungen Unreinheiten Pigmentflecken Beruhigung AM + PM

Azelainsäure ist eine natürlich vorkommende Dicarbonsäure mit entzündungshemmenden, antibakteriellen und pigmentregulierenden Eigenschaften.²⁰

  • Unreinheiten / Pickel ●●●●○ Azelainsäure wirkt antibakteriell gegen Cutibacterium acnes und hilft, verstopfte Poren zu normalisieren, indem sie die übermäßige Verhornung in den Poren reduziert.²⁰ ²¹
  • Anti-Redness / Rosazea ●●●●● Azelainsäure kann Rötungen sowie entzündliche Papeln und Pusteln bei Rosazea deutlich reduzieren und gilt als eine der am besten belegten topischen Optionen für dieses Hautbild.²⁰
  • Pigmentflecken / Hyperpigmentierung ●●●●○ Azelainsäure wirkt anti-melanogen und kann Hyperpigmentierung wie Melasma oder Pickelmale sichtbar verbessern.²⁰ ²¹

15–20%²⁰ ²¹

⚠ Azelainsäure sollte nicht gleichzeitig mit starken Säuren (AHA, BHA, Retinoiden (Retinol & Retinal) oder Benzoylperoxid in derselben Routine kombiniert werden.

Quellenangaben
  1. Sauer N, Oślizło M, Brzostek M, et al. The multiple uses of azelaic acid in dermatology: mechanism of action, preparations, and potential therapeutic applications. Advances in Dermatology and Allergology. 2023;40(6):716–724.
  2. Petrovici A-G. A Comprehensive Review of Azelaic Acid Pharmacological Properties, Clinical Applications, and Innovative Topical Formulations. Pharmaceuticals (Basel). 2025;18(9):1273.

BHA (Salicylsäure)

Peeling Unreinheiten Mitesser Poren AM + PM

BHA bezeichnet in der Hautpflege meist Salicylsäure. Sie ist fettlöslich und kann dadurch in talgreiche Poren eindringen. Dort hilft sie, verhornte Hautzellen zu lösen und Verstopfungen zu reduzieren.¹ ²

  • Mitesser / Verstopfte Poren ●●●●● Salicylsäure kann Verhornungen in den Poren lösen und so Mitesser (Komedonen) reduzieren. Sie wirkt direkt im Talgdrüsenfollikel und gilt als wirksame Option bei komedonaler Akne.¹ ²
  • Leichte Akne ●●●●○ In klinischen Studien und dermatologischen Leitlinien wird Salicylsäure als unterstützende Behandlung bei milder Akne beschrieben.¹ ²
  • Entzündungshemmung ●●●○○ Salicylsäure besitzt entzündungshemmende Eigenschaften, die gerötete oder entzündete Hautstellen beruhigen können.³

1–2 % in frei verkäuflichen Leave-on-Produkten.²

Nicht in derselben Routine wie Retinoide oder Vitamin C verwenden – erhöhtes Reizpotenzial möglich.

Quellenangaben
  1. Zaenglein AL, Pathy AL, Schlosser BJ, et al. Guidelines of care for the management of acne vulgaris. Journal of the American Academy of Dermatology. 2016;74(5):945–973.
  2. Kessler E, Flanagan K, Chia C, Rogers C, Glaser DA. A comparison of alpha- and beta-hydroxy acid chemical peels in the treatment of mild to moderately severe acne vulgaris. Dermatologic Surgery. 2008;34(1):45–51.
  3. Leyden JJ. Therapeutic use of salicylic acid in acne vulgaris. Journal of the American Academy of Dermatology.

Ceramide

Hautbarriere Feuchtigkeit Schutz AM + PM

Ceramide sind körpereigene Lipide, die einen zentralen Bestandteil der Hautbarriere bilden. Gemeinsam mit Cholesterin und freien Fettsäuren organisieren sie sich in lamellaren Strukturen zwischen den Hornzellen und schützen die Haut vor Wasserverlust und äußeren Reizstoffen¹ ².

  • Hautbarriere ●●●●● Ceramide sind essenziell für Aufbau und Stabilität der Hautbarriere. Ein Ceramidmangel ist mit Barrierestörungen assoziiert¹ ².
  • Reduktion von Wasserverlust (TEWL) ●●●●● Topische Formulierungen mit ceramidähnlichen Lipiden können den transepidermalen Wasserverlust reduzieren und die Hydration verbessern² ³.
  • Feuchtigkeit ●●●●○ Ceramid-haltige Formulierungen können die Hautfeuchtigkeit erhöhen, insbesondere bei trockener oder barrieregestörter Haut³.

Formulierungsabhängig.

Quellenangaben
  1. Coderch L, López O, de la Maza A, Parra JL. Ceramides and skin function. American Journal of Clinical Dermatology. 2003;4(2):107–129.
  2. Sahle FF, Gebre-Mariam T, Dobner B, Wohlrab J, Neubert RHH. Role of ceramides in skin barrier function. European Journal of Pharmaceutics and Biopharmaceutics. 2015;96:265–276.
  3. Spada F, Barnes TM, Greive KA. Skin hydration is significantly increased by a cream formulated to mimic the skin’s own natural moisturizing systems. Clinical, Cosmetic and Investigational Dermatology. 2018;11:491–498.

Glycerin

Hydration Hautbarriere AM + PM

Glycerin (Glycerol) ist ein dreiwertiger Alkohol, der natürlicherweise in der Haut vorkommt. Es ist ein zentraler Bestandteil des natürlichen Feuchthaltesystems der Haut¹. Glycerin wird über den Wasserkanal Aquaporin-3 in der Epidermis transportiert und spielt eine wichtige Rolle für Hautfeuchtigkeit und Elastizität¹.

  • Hydration ●●●●● Glycerin bindet Wasser in der Hornschicht und erhöht nachweislich die Hautfeuchtigkeit¹.
  • Hautbarriere ●●●●○ Durch verbesserte Hydration kann Glycerin die Barrierefunktion unterstützen und den transepidermalen Wasserverlust reduzieren¹.
  • Hautregeneration ●●●○○ Glycerin kann die Hauterneuerung unterstützen und zur Aufrechterhaltung einer gesunden Abschilferung beitragen¹.

3–10 % in kosmetischen Formulierungen¹.

Sehr gut verträglich und in den meisten Feuchtigkeitspflegen enthalten. Glycerin zählt zu den am häufigsten eingesetzten und am besten untersuchten Feuchthaltemitteln in der Dermatologie.

Quellenangaben
  1. Fluhr JW, Darlenski R, Surber C. Glycerol and the skin: holistic approach to its origin and functions. British Journal of Dermatology. 2008;159(1):23–34.

Hyaluronsäure (Hyaluronic Acid)

Hydration Feuchtigkeit Hautglätte AM + PM

Hyaluronsäure ist ein natürlicher Bestandteil der Haut und hilft dabei, Feuchtigkeit zu binden. Sie befindet sich vor allem in der mittleren Hautschicht (Dermis), die für Elastizität und Stabilität verantwortlich ist¹. Topisch angewendet wirkt Hyaluronsäure als Humectant (Feuchthaltemittel) und unterstützt die Hydration der oberen Hautschichten.

  • Hydration ●●●●● Topische Hyaluronsäure kann die Hautfeuchtigkeit erhöhen und Trockenheitsgefühl reduzieren¹ ².
  • Hautglätte ●●●○○ Durch verbesserte Feuchtigkeit kann die Haut glatter und praller erscheinen¹.
  • Molekülgröße: Hochmolekulare Hyaluronsäure wirkt hauptsächlich an der Hautoberfläche und bildet dort einen feuchtigkeitsspendenden Film. Niedermolekulare Varianten können besser in die obere Epidermis eindringen, die Penetration bleibt jedoch begrenzt².

Topische Hyaluronsäure ist kein Filler und ersetzt keine injizierbaren Behandlungen. Sie verbessert das Hautbild durch Hydration – nicht durch strukturellen Volumenaufbau¹.

0,1–2 % in kosmetischen Formulierungen².

In sehr trockener Umgebung kann es sinnvoll sein, Hyaluronsäure mit einer Creme oder einem okklusiven Produkt zu kombinieren, um Feuchtigkeitsverlust zu vermeiden.

Quellenangaben
  1. Papakonstantinou E, Roth M, Karakiulakis G. Hyaluronic acid: A key molecule in skin aging. Dermato-Endocrinology. 2012;4(3):253–258.
  2. Bukhari SNA, Roswandi NL, Waqas M, et al. Hyaluronic acid, a promising skin rejuvenating biomedicine: A review of recent updates and pre-clinical and clinical investigations on cosmetic and nutricosmetic effects. International Journal of Biological Macromolecules. 2018;120(Pt B):1682–1695.

Niacinamid (Vitamin B3)

Hautbarriere Pigment Sebum Hautbild Ölige Haut AM + PM

Niacinamid (Nicotinamid) ist eine wasserlösliche Form von Vitamin B3. In der Haut wird es in die Coenzyme NAD und NADP umgewandelt, die an zahlreichen zellulären Prozessen beteiligt sind¹ ⁵.

  • Hautbarriere ●●●●○ Niacinamid kann die Ceramidproduktion erhöhen und den transepidermalen Wasserverlust reduzieren¹. Dadurch unterstützt es die Stabilität der Hautbarriere.
  • Pigmentflecken ●●●●○ Niacinamid kann Hyperpigmentierung reduzieren, indem es den Transfer von Melanosomen zur Hautoberfläche hemmt².
  • Sebum / Ölige Haut ●●●●○ Topische Anwendung kann die Talgproduktion bei öliger Haut reduzieren⁴.
  • Hautbild / Anti-Aging ●●●○○ Regelmäßige Anwendung kann das Erscheinungsbild feiner Linien, Rötungen und Gelbstich verbessern³.
  • Entzündungshemmung ●●●○○ Niacinamid besitzt entzündungshemmende Eigenschaften und kann bei unreiner oder empfindlicher Haut unterstützend wirken⁵.

2–10 % in kosmetischen Formulierungen.

Gut verträglich und mit den meisten Wirkstoffen kombinierbar.

Quellenangaben
  1. Tanno O, Ota Y, Kitamura N, Katsube T, Inoue S. Nicotinamide increases biosynthesis of ceramides as well as other stratum corneum lipids to improve the epidermal permeability barrier. British Journal of Dermatology. 2000;143(3):524–531.
  2. Hakozaki T, Minwalla L, Zhuang J, et al. The effect of niacinamide on reducing cutaneous pigmentation and suppression of melanosome transfer. British Journal of Dermatology. 2002;147(1):20–31.
  3. Bissett DL, Oblong JE, Berge CA. Topical niacinamide reduces yellowing, wrinkling, red blotchiness, and hyperpigmented spots in aging facial skin. International Journal of Cosmetic Science. 2004;26(5):231–238.
  4. Draelos ZD, Matsubara A, Smiles K. The effect of 2% niacinamide on facial sebum production. Journal of Cosmetic and Laser Therapy. 2006;8(2):96–101.
  5. Gehring W. Nicotinic acid/niacinamide and the skin. Journal of Cosmetic Dermatology. 2004;3(2):88–93.

Panthenol (Provitamin B5)

Beruhigung Hydration Hautbarriere AM + PM

Panthenol ist die Vorstufe von Vitamin B5. Auf der Haut wird es zu Pantothensäure umgewandelt und unterstützt Prozesse, die für Regeneration und eine stabile Hautbarriere wichtig sind.¹ ²

  • Wundheilung / Regeneration ●●●●○ Unterstützt die schnelle Erholung der Haut nach Reizung oder oberflächlicher Belastung.²
  • Beruhigung ●●●●○ Kann Rötungen und Irritationen nach Belastung der Haut reduzieren.¹
  • Hydration ●●●●○ Erhöht die Feuchtigkeit in der Hornschicht und verbessert das Hautgefühl.¹
  • Hautbarriere ●●●●○ Kann die Barriere-Erholung unterstützen und die Haut widerstandsfähiger machen.¹

1–5 %

Quellenangaben
  1. Proksch E, Nissen HP. Dexpanthenol enhances skin barrier repair and reduces inflammation after sodium lauryl sulfate-induced irritation. Journal of Dermatological Treatment. 2002;13:173–178.
  2. Gorski J, Proksch E, Baron JM, Schmid D, Zhang L, Seidenari S, et al. Dexpanthenol in Wound Healing after Medical and Cosmetic Interventions (Postprocedure Wound Healing). Pharmaceuticals (Basel). 2020;13(7):138.

Peptide

Hautstruktur Feine Linien Ergänzungswirkstoff AM + PM

Peptide sind kurze Aminosäureketten, die in kosmetischen Produkten als Signalstoffe eingesetzt werden. In der Hautpflege werden vor allem drei Gruppen verwendet:

  • Signalpeptide (z. B. Palmitoyl Pentapeptide-4, bekannt als „Matrixyl“)
  • Neurotransmitter-Peptide (z. B. Acetyl Hexapeptide-8)
  • Kupfer-bindende Peptide (z. B. GHK-Cu)

Die Wirkung ist stark vom konkreten Peptid und der Formulierung abhängig¹. Im Vergleich zu Retinoiden oder Vitamin C ist die wissenschaftliche Evidenz für Anti-Aging deutlich geringer und weniger umfangreich.

  • Hautstruktur & feine Linien ●●●○○ Für bestimmte Palmitoyl-Peptide (Matrixyl) existieren Humanstudien, die eine Verbesserung des Erscheinungsbilds photo-gealterter Haut und feiner Linien zeigen². Die Effekte sind moderat und betreffen vor allem das sichtbare Hautbild.
  • Unterstützung regenerativer Hautprozesse ●●●○○ Kupfer-bindende Peptide (z. B. GHK-Cu) sind an biologischen Prozessen beteiligt, die mit Geweberegeneration und dermaler Matrix in Zusammenhang stehen¹. Hochwertige, langfristige kosmetische Humanstudien sind jedoch begrenzt.

Die eingesetzten Konzentrationen liegen meist im niedrigen Prozent- oder ppm-Bereich und sind stark vom jeweiligen Peptid abhängig. Die Wirksamkeit hängt stärker von Stabilität und Formulierung als von einer festen Prozentangabe ab.

Quellenangaben
  1. Pintea A, et al. Peptides: Emerging Candidates for the Prevention and Treatment of Skin Senescence. Biomolecules. 2025;15(1):88.
  2. Robinson LR, Fitzgerald NC, Doughty DG, Dawes NC, Berge CA, Bissett DL. Topical palmitoyl pentapeptide provides improvement in photoaged human facial skin. International Journal of Cosmetic Science. 2005;27(3):155–160.
  3. Blanes-Mira C, Clemente J, Jodas G, Gil A, Fernández-Ballester G, Ponsati B, et al. A synthetic hexapeptide (Argireline) with antiwrinkle activity. International Journal of Cosmetic Science. 2002;24:303–310.

PHA (Polyhydroxysäuren)

Sanftes Peeling Hydration Sensitive Skin AM + PM

PHAs sind chemische Peelings, die den AHAs ähneln, aber meist sanfter zur Haut sind. Typische PHAs sind Gluconolacton und Lactobionsäure.¹

  • Sanftes Peeling ●●●○○ Glättet die Hautoberfläche ähnlich wie AHA – oft mit weniger Reizgefühl.¹
  • Hydration ●●●●○ PHAs bringen zusätzlich feuchtigkeitsbindende Eigenschaften mit.¹
  • Beruhigung / empfindliche Haut ●●●●○ Werden als kompatibel mit empfindlicher Haut (z. B. Rosazea/atopische Haut) beschrieben.¹
  • Anti-Aging (moderat) ●●●○○ Kann photoaging-Parameter über Hautglätte/Hydration unterstützen.¹ ²

Präparat-abhängig.

Quellenangaben
  1. Grimes PE, Green BA, Wildnauer RH, Edison BL. The use of polyhydroxy acids (PHAs) in photoaged skin. Cutis. 2004;73(2 Suppl):3–13.
  2. Bernstein EF, Brown DB, Schwartz MD, Kaidbey K, Ksenzenko SM. The polyhydroxy acid gluconolactone protects against ultraviolet radiation in an in vitro model of cutaneous photoaging. Dermatologic Surgery. 2004;30(2 Pt 1):189–195.

Retinoide (Vitamin-A-Derivate)

Anti-Aging Zellumsatz Akne Hyperpigmentierung PM

Retinoide sind Vitamin-A-Derivate. In der Haut wirken sie über Retinsäure-Rezeptoren und beeinflussen unter anderem Zellumsatz, Kollagenstruktur und talgbezogene Prozesse¹ ².

Je nach chemischer Form unterscheiden sie sich in Umwandlungsschritten zur aktiven Retinsäure und in der Stärke der klinischen Evidenz:

  • ➀ Tretinoin (Retinsäure): Direkt aktive Form. Umfangreich klinisch untersucht bei Photoaging und Akne¹ ³. Verschreibungspflichtig.
  • ➁ Retinal (Retinaldehyd): Ein Umwandlungsschritt zur Retinsäure. Klinische Daten zeigen Verbesserungen von Hautstruktur und Falten⁴. Geringere Evidenz als Tretinoin, aber gute Datenlage.
  • ➂ Retinol: Zwei Umwandlungsschritte zur Retinsäure. Gut untersuchte Form mit belegter Verbesserung feiner Linien und Hautstruktur⁵ ⁶.
  • Weitere Derivate: Retinyl Palmitate, Retinyl Acetate, Retinyl Propionate, Hydroxypinacolone Retinoate u. a. Für Retinyl-Ester und Derivate liegen bislang weniger hochwertige Langzeitstudien vor³.
  • Anti-Aging ●●●●● Retinoide gehören zu den am besten untersuchten Wirkstoffen gegen lichtbedingte Hautalterung. Sie können feine Linien reduzieren und die dermale Kollagenstruktur beeinflussen¹ ³.
  • Unreinheiten / Pickel ●●●●○ Retinoide regulieren die Verhornung der Poren und können das Hautbild bei Akne verbessern³.
  • Pigmentflecken ●●●●○ Durch beschleunigten Zellumsatz können Retinoide zu einem gleichmäßigeren Hautbild beitragen³.

Retinol: Klinisch untersuchte Konzentrationen liegen überwiegend zwischen 0,1 % und 1 % %.
Retinal: 0,05–0,2 %, benötigt eine geringere Konzentration als Retinol, da Retinal potenter ist.

Retinoide sollten abends angewendet und langsam eingeschlichen werden, um die Hautverträglichkeit zu verbessern. Da Retinoide die Lichtempfindlichkeit erhöhen können, ist ein konsequenter täglicher Sonnenschutz während der Anwendung besonders wichtig. Nicht in derselben Routine wie AHA/BHA & Vitamin-C verwenden – erhöhtes Reizpotenzial möglich. Nicht empfohlen in Schwangerschaft und Stillzeit.

Quellenangaben
  1. Kang S, et al. Topical tretinoin for photoaged skin. Archives of Dermatology. 1995;131(12):1431–1436.
  2. Fisher GJ, et al. Mechanisms of photoaging and chronological skin aging. Archives of Dermatology. 1997;133(10):1259–1268.
  3. Riahi RR, Cohen PR. Topical Retinoids: Therapeutic Mechanisms in the Treatment of Photodamaged Skin. Dermatology and Therapy. 2016;6(3):291–304.
  4. Sorg O, et al. Retinaldehyde: a review of its pharmacological activity. Dermatology. 2006;212(3):24–30.
  5. Kafi R, et al. Improvement of naturally aged skin with vitamin A (retinol). Archives of Dermatology. 2007;143(5):606–612.
  6. Leyden JJ, et al. Two concentrations of topical retinol (0.1% and 0.3%) improve the signs of photoaging. Journal of the American Academy of Dermatology. 2002;47(5 Suppl):S121.

Vitamin C (L-Ascorbinsäure)

Antioxidans Pigmentflecken Kollagen Hautschutz AM

Vitamin C (L-Ascorbinsäure) ist ein wasserlösliches Antioxidans, das natürlicherweise in der Haut vorkommt. Es schützt vor oxidativem Stress und ist essenziell für die Kollagenbildung¹. Topisch angewendet kann es die antioxidativen Reserven der Haut ergänzen. Für Vitamin-C-Derivate ist die klinische Evidenz insgesamt geringer als für reine L-Ascorbinsäure.

  • Antioxidativer Schutz ●●●●● Vitamin C neutralisiert freie Radikale, die durch UV-Strahlung und Umweltbelastungen entstehen¹ ². Es ersetzt keinen Sonnenschutz, wirkt aber unterstützend.
  • Pigmentflecken / Hyperpigmentierung ●●●●○ L-Ascorbinsäure kann die Melaninbildung beeinflussen und dadurch Hyperpigmentierung sichtbar reduzieren³ ⁴.
  • Kollagen / Anti-Aging ●●●●○ Vitamin C unterstützt die Kollagensynthese. Studien beschreiben Verbesserungen feiner Linien, der Hauttextur und eine Zunahme dermaler Kollagenmarker bei photoalter Haut¹ ⁵. Die Evidenz ist gut, jedoch schwächer als bei Retinoiden.

10–20 % L-Ascorbinsäure
pH < 3,5 für ausreichende Penetration¹
Lichtgeschützte und luftdichte Verpackung erhöht die Stabilität.

⚠ L-Ascorbinsäure ist instabil und oxidiert bei Luft- und Lichteinfluss (Gelbfärbung möglich).
⚠ Kann bei empfindlicher Haut durch den sauren pH irritieren.
✔ Ideal morgens unter Sonnenschutz anwenden.
Nicht in derselben Routine wie Retinoide oder AHA/BHA verwenden – erhöhtes Reizpotenzial möglich.

Quellenangaben
  1. Pinnell SR, Yang H, Omar M, et al. Topical L-ascorbic acid: percutaneous absorption studies. Dermatologic Surgery. 2001;27(2):137–142.
  2. Darr D, Combs S, Dunston S, Manning T, Pinnell S. Topical vitamin C protects porcine skin from ultraviolet radiation-induced damage. British Journal of Dermatology. 1992;127(3):247–253.
  3. Kameyama K, Sakai C, Kondoh S, et al. Inhibitory effect of magnesium L-ascorbyl-2-phosphate on melanogenesis in vitro and in vivo. Journal of the American Academy of Dermatology. 1996;34(1):29–33.
  4. Farris PK. Topical vitamin C: a useful agent for treating photoaging and other dermatologic conditions. Dermatologic Surgery. 2005;31(7 Pt 2):814–818.
  5. Humbert PG, Haftek M, Creidi P, et al. Topical ascorbic acid on photoaged skin. Experimental Dermatology. 2003;12(3):237–244.

Sonnenschutz

UV-Schutz Anti-Aging Hautkrebsprävention AM

Sonnenschutz ist die am besten belegte Maßnahme zur Prävention lichtbedingter Hautalterung (Photoaging). Langzeitstudien zeigen, dass regelmäßige Anwendung:

  • sichtbare Hautalterung reduziert¹
  • aktinische Schäden verlangsamt¹
  • das Risiko für Melanom senkt²

Ein Großteil der sichtbaren Gesichtsalterung wird durch UV-Strahlung verursacht³. Sonnenschutz verhindert diese Schäden, bevor sie entstehen.

UVB-Strahlung

  • Verursacht Sonnenbrand
  • Führt zu direkten DNA-Schäden
  • Der SPF-Wert misst ausschließlich den UVB-Schutz⁴

UVA-Strahlung

  • Dringt tiefer in die Haut ein
  • Hauptverursacher lichtbedingter Hautalterung
  • Ganzjährig relativ konstant
  • Verursacht indirekte DNA-Schäden

Ein wirksamer Sonnenschutz muss daher Breitbandschutz gegen UVA und UVB bieten⁵.

Nicht alle UV-Filter sind technisch gleich aufgebaut. Wichtige Qualitätskriterien sind:

  • Photostabilität (bleibt der Filter unter UV-Strahlung wirksam?)
  • UVA-Abdeckung, insbesondere im langwelligen UVA1-Bereich
  • Formulierungsstabilität

Moderne organische Filter

Filter wie:

  • Bis-Ethylhexyloxyphenol Methoxyphenyl Triazine (Tinosorb S)
  • Methylene Bis-Benzotriazolyl Tetramethylbutylphenol (Tinosorb M)
  • Diethylamino Hydroxybenzoyl Hexyl Benzoate (Uvinul A Plus)
  • Ethylhexyl Triazone (Uvinul T 150)

gelten als besonders photostabil und bieten eine breite UVA-/UVB-Abdeckung⁵ ⁶. Einige können zudem die Stabilität anderer Filter innerhalb der Formulierung verbessern.

Ältere Filter

Einige ältere Filter wie Octocrylen oder Homosalat wurden regulatorisch neu bewertet oder in ihrer maximalen Konzentration angepasst. In der EU zugelassene Filter gelten jedoch bei erlaubter Dosierung als sicher⁶.

Entscheidend ist daher nicht „chemisch vs. mineralisch", sondern die Gesamtformulierung und Photostabilität.

Organische Filter

  • Absorbieren UV-Strahlung und wandeln sie in Wärme um
  • Meist leichteres Hautgefühl

Anorganische Filter (Zinkoxid, Titandioxid)

  • Streuen und reflektieren UV-Strahlung
  • Häufig gut geeignet für empfindliche Haut

Beide Systeme sind in der EU sicherheitsbewertet⁶.

  • Täglich SPF 50+, Breitband (UVA + UVB)
  • Ca. 2 mg/cm² Haut (für das Gesicht etwa zwei Fingerlängen)⁷
  • Bei direkter Sonneneinstrahlung alle 2 Stunden nachcremen⁷
Quellenangaben
  1. Rigel DS, et al. Ultraviolet exposure and skin aging. J Am Acad Dermatol. 2013;68(5):867–882.
  2. Green AC, et al. Daily sunscreen application and skin cancer prevention: 4-year randomized trial. N Engl J Med. 2011;364:168–177.
  3. Gilchrest BA, et al. The pathogenesis of sun-induced premature skin aging. N Engl J Med. 1999;340:1286–1294.
  4. Diffey BL. Sunscreens and UVA protection: the UK position. Br J Dermatol. 2001;144:12–16.
  5. Serpone N, et al. Photostability of sunscreens. J Photochem Photobiol B. 2002;66:103–132.
  6. European Commission, SCCS. Opinion on UV-filters. SCCS/1613/12. 2012; Barel AO, et al. Handbook of Cosmetic Science and Technology. 4th Edition. CRC Press, 2014.
  7. Wright SW, et al. Amount and distribution of sunscreen required to achieve labeled SPF. Photodermatol Photoimmunol Photomed. 2001;17:161–166. Wang SQ, et al. Sunscreen use: an update. Dermatol Ther. 2006;19:28–36.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist der beste Wirkstoff gegen Falten?

Der wichtigste Schritt gegen Falten ist konsequenter Sonnenschutz, weil UV-Strahlung einen großen Anteil der sichtbaren Hautalterung verursacht. Ein täglicher Breitband-Sonnenschutz mit hohem Schutz (z. B. SPF 50+) ist besonders sinnvoll, wenn du Falten langfristig vermeiden willst.

Für bereits sichtbare feine Linien haben Retinoide die stärkste wissenschaftliche Evidenz. Retinoide können das Erscheinungsbild feiner Falten verbessern und Prozesse beeinflussen, die mit der Kollagenstruktur und Hauterneuerung zusammenhängen.

Was hilft wirklich gegen Pigmentflecken?

Pigmentflecken entstehen meist durch UV-Strahlung oder durch Entzündungen (Pickelmale / PIH). Die wirksamsten Wirkstoffe hängen daher von der Ursache ab.

UV-bedingte Pigmentflecken (Sonnenflecken)

UV-Strahlung aktiviert die Melaninbildung. Deshalb ist täglicher Breitband-Sonnenschutz (SPF 50+) entscheidend, um eine weitere Verdunkelung zu verhindern.

Zur aktiven Behandlung zeigen vor allem zwei Wirkstoffe gute Evidenz:

  • Retinoide – fördern die Hauterneuerung und unterstützen ein gleichmäßigeres Hautbild
  • Vitamin C (L-Ascorbinsäure) – hemmt die Melaninbildung und wirkt antioxidativ

Pickelmale (Postinflammatorische Hyperpigmentierung, PIH)

Pickelmale entstehen durch entzündungsbedingte Melaninbildung. Hier stehen pigmentregulierende Wirkstoffe im Vordergrund:

  • Azelainsäure – hemmt die Melaninproduktion und wirkt zusätzlich entzündungshemmend
  • Retinoide – fördern langfristig die Normalisierung des Hautbilds
Retinol oder Vitamin C – was ist besser?

Retinoide zeigen insgesamt die stärkere wissenschaftliche Evidenz bei lichtbedingter Hautalterung und Hyperpigmentierung. Sie beeinflussen den Zellumsatz und Prozesse, die mit der Kollagenstruktur in Verbindung stehen.

Vitamin C (L-Ascorbinsäure) kann bei Photoaging und Hyperpigmentierung unterstützend wirken, die Effekte sind jedoch in der Regel moderater und stärker von Konzentration sowie Formulierung abhängig. Seine am besten belegte Funktion ist die antioxidative Wirkung.

Vitamin C eignet sich besonders als morgendlicher Ergänzungswirkstoff und kann gut mit Sonnenschutz kombiniert werden. Retinoide sollten aufgrund möglicher Lichtempfindlichkeit bevorzugt abends angewendet werden.

Kann man Retinol und Vitamin C zusammen verwenden?

Retinol und Vitamin C wirken über unterschiedliche Mechanismen und können grundsätzlich kombiniert werden. Entscheidend ist die Verträglichkeit der Haut.

🍊 Vitamin C

Vitamin C (L-Ascorbinsäure) wirkt vor allem antioxidativ und unterstützt Prozesse der Melaninregulation. Es wird üblicherweise morgens angewendet, häufig in Kombination mit Sonnenschutz.

🌙 Retinoide

Retinoide beeinflussen den Zellumsatz und stehen mit Veränderungen der Hautstruktur in Zusammenhang. Aufgrund möglicher Lichtempfindlichkeit werden sie bevorzugt abends angewendet.

Sinnvolle Anwendung in der Praxis

Die am häufigsten empfohlene Routine:

  • Morgens: Vitamin C + Sonnenschutz
  • Abends: Retinoid

Eine gleichzeitige Anwendung in derselben Routine ist möglich, kann jedoch bei empfindlicher Haut das Reizpotenzial erhöhen.

Fazit: Die Kombination ist grundsätzlich möglich. Für die meisten Hauttypen ist die zeitliche Trennung (Vitamin C morgens, Retinoid abends) die verträglichere und praktikablere Lösung.

Welche Wirkstoffe sollte man nicht kombinieren?

Problematisch können Kombinationen sein, die das Reizpotenzial deutlich erhöhen. Dazu gehören insbesondere Retinoide mit starken AHAs/BHAs. Mehrere hochaktive Wirkstoffe gleichzeitig zu starten kann die Hautbarriere belasten. Eine zeitliche Trennung ist oft sinnvoll.

Niacinamid oder Ceramide – was ist besser für die Hautbarriere?

Beide Wirkstoffe unterstützen die Hautbarriere, unterscheiden sich jedoch im Wirkmechanismus und in der Evidenzlage.

🧱 Ceramide

Ceramide sind natürliche Lipide der Hornschicht und essenzieller Bestandteil der Barriere-Struktur. Ein Ceramidmangel wird mit Barrierestörungen in Verbindung gebracht.

Wissenschaftliche Einordnung:

  • Direkter struktureller Beitrag zur Barriere
  • Reduktion des transepidermalen Wasserverlusts (TEWL)
  • Konsistente Evidenz für Verbesserung barrieregeschädigter Haut

🔬 Niacinamid

Niacinamid (Vitamin B3) wirkt indirekt auf die Barriere.

Wissenschaftliche Einordnung:

  • Kann die Ceramidsynthese stimulieren
  • Reduziert TEWL
  • Zusätzliche entzündungshemmende Effekte

Fazit: Nach aktueller wissenschaftlicher Datenlage zeigen Ceramide die stärkere und direktere Evidenz für die Stabilisierung einer gestörten Hautbarriere. Niacinamid wirkt unterstützend und kann sinnvoll ergänzen.

Ist Hyaluronsäure wirklich Anti-Aging?

Hyaluronsäure ist ein natürlicher Bestandteil der Haut und kann große Mengen Wasser binden. In der Hautpflege wird sie eingesetzt, um die Feuchtigkeit der oberen Hautschichten zu erhöhen.

💧 Was Hyaluronsäure wissenschaftlich leisten kann

  • Erhöht die Hydration der Hornschicht
  • Verbessert kurzfristig das Hautgefühl
  • Kann feine Linien optisch mildern, wenn sie durch Trockenheit bedingt sind

Fazit: Hyaluronsäure ist ein gut untersuchter Feuchtigkeitswirkstoff mit sehr guter Verträglichkeit. Sie wirkt unterstützend für ein glattes Hautbild, gehört jedoch nicht zu den strukturellen Anti-Aging-Wirkstoffen wie Retinoiden.

Welche Retinol-Konzentration ist sinnvoll?

Die Wirksamkeit von Retinol ist bereits im niedrigen Konzentrationsbereich dokumentiert und hängt maßgeblich von Stabilität und Formulierung ab. Höhere Konzentrationen erhöhen vor allem das Irritationspotenzial, ohne die Wirkung proportional zu steigern.

Retinol

Klinische Studien zeigen Verbesserungen von Hautstruktur und feinen Linien bereits bei 0,1–0,3 % Retinol. Mit steigender Konzentration nimmt jedoch primär das Reizpotenzial zu (Rötung, Trockenheit, Schuppung).

🔬 Retinal (Retinaldehyd)

Retinal benötigt einen Umwandlungsschritt weniger zur aktiven Retinsäure und gilt daher als potenter. Typische wirksame Konzentrationen liegen bei 0,05–0,1 %.

🇪🇺 EU-Regulierung

Die Europäische Union hat Vitamin-A-Derivate in Kosmetik neu reguliert:

  • Maximal 0,3 % Retinol in Gesichtsprodukten
  • Maximal 0,05 % Retinol in Körperprodukten

Übergangsfristen:

  • 1. November 2025: Neue nicht konforme Produkte dürfen nicht mehr in Verkehr gebracht werden.
  • 1. Mai 2027: Nicht konforme Produkte müssen vollständig vom Markt genommen werden.
Was hilft wirklich gegen Pickel und Unreinheiten?

Pickel und Unreinheiten entstehen durch verstopfte Poren, überschüssigen Talg und entzündliche Prozesse. Welche Wirkstoffe sinnvoll sind, hängt vom Typ der Unreinheiten ab.

⚫ Verstopfte Poren & Mitesser

Hier steht die Lösung verhornter Poren im Vordergrund.

BHA (Salicylsäure) – fettlöslich, dringt in talgreiche Poren ein, löst verstopfte Poren. Besonders geeignet bei öliger Haut.

🔴 Entzündliche Pickel

Hier sind entzündungshemmende und regulierende Wirkstoffe entscheidend.

Azelainsäure – wirkt entzündungshemmend, reguliert die Verhornung, zusätzlich hilfreich bei Pickelmalen.

🌙 Wiederkehrende Unreinheiten

Zur langfristigen Normalisierung der Porenstruktur spielen Retinoide eine zentrale Rolle.

Retinoide – regulieren die Porenverhornung, beugen neuen Pickeln vor, in dermatologischen Leitlinien als Basistherapie verankert.

Bei Akne gelten verschreibungspflichtige Retinoide als stärkste evidenzbasierte Therapie. Bei mittelschwerer oder ausgeprägter Akne kann eine Behandlung mit stärkeren Retinoiden sinnvoll sein, sollte jedoch ärztlich besprochen und verordnet werden.

Was ist besser bei unreiner Haut: BHA oder Retinoide?

Bei unreiner Haut hängt die Wahl vom Schweregrad ab. BHA (Salicylsäure) eignet sich besonders bei verstopften Poren. Verschreibungspflichtige Retinoide gelten als evidenzstärkste Therapie bei Akne. Kosmetisches Retinol wirkt milder und ist nicht gleichwertig mit arzneilichen Retinoiden.

🧪 BHA (Salicylsäure)

  • Fettlöslich → dringt in talgreiche Poren ein
  • Löst verstopfte Poren
  • Sinnvoll bei leichten Unreinheiten und öliger Haut

🌙 Kosmetische Retinoide (Retinol, Retinal)

  • Regulieren langfristig die Porenverhornung
  • Wirken milder als verschreibungspflichtige Retinoide
  • Geeignet bei wiederkehrenden Unreinheiten